„Pasch“
... war eine Thüringer Bluesrockformation, die Ende 1983 von Wilfried „Willie“ Woigk (voc, bg) gemeinsam mit ehemaligen Mitgliedern der New-Wave-Band „Karacho“ in Gotha gegründet wurde. Woigk spielte zu diesem Zeitpunkt noch bei „Vital“ und hatte gleichzeitig die legendäre Thüringer Beatband „The Polars“ wieder ins Leben gerufen.
Zur Gründungsbesetzung von „Pasch“ gehörten außerdem:
Viola Woigk (key),
Andreas „Kirsche“ Kirchner (voc),
Rüdiger „Üde“ Schorr (dr),
Stefan Schulze (g) und
Torsten Volkmann (sax).
Anfangs coverte die Band vor allem Songs von Eric Burdon, Roger Chapman, „The Cream“ und „Fleetwood Mac“ und erspielte sich bald „Kultstatus“. Später kamen neu arrangierte Nummern von „Ton Steine Scherben“ und zunehmend auch eigene, deutschsprachige Titel hinzu, für die vor allem „Kirsche“ verantwortlich zeichnete. Obwohl man dem Bluesrock treu blieb, waren Jazzrock- und Punkrockeinflüsse unverkennbar und prägten das Gesicht von „Pasch“. Die Band, die zwar Profistatus besaß, blieb eine Liveband. Rundfunk- oder Plattenproduktionen wären mit Zugeständnissen verbunden gewesen. Man war jedoch nicht bereit auf kritische Liedtexte zu verzichten und geriet somit zunehmend unter Druck.
1986 kam es zu einer Umbesetzung in der Band. Neben Woigk und „Kirsche“ spielten fortan Ralf „Zappa“ Iben (key), Hans-Jürgen Hillert (dr), Klaus Müller von Bazco (g) und Guntram Freytag (sax). Als 1987 Iben die Band verließ, kam Viola Woigk zurück. Sie wurde im September 1988 durch Lothar „Lodix“ Wilke ersetzt. Innerhalb der Band war es zwischenzeitlich zu Meinungsverschiedenheiten über die weitere musikalische Ausrichtung gekommen. „Kirsche“ und von Batzko verließen daraufhin „Pasch“ und gründeten „Kirsche&Co.“ Für sie kamen Andre Greiner-Pol (voc, viol) und Garry Franke (g), die nach dem Verbot von „Freygang“ zum Teil unter falschen Namen in anderen Bands untergekommen waren. Nach dem Eintritt von AGP in die Band verschärfte sich der Druck auf die Band und die Auftrittsmöglichkeiten wurden deutlich beschränkt. Letztlich verließ Ende 1988 Bandgründer Woigk die DDR und siedelte in die Bundesrepublik über.
Wilke hielt die Band am Leben. Als nach der politischen Wende in der DDR, AGP und Franke "Freygang" wieder belebten, holte Wilke mit Axel Krause (g) und Siggi Heilik (dr) zwei gestandene Musiker ins Boot, die zuvor schon gemeinsam bei Jürgen Kerth und später bei Ute Freudenberg gespielt hatten. "Pasch" macht bis heute weiter, spielen aber vor allem klassische Rockmusik. Gelegentlich steht auch Woigk wieder mit ihnen auf der Bühne. In dieser Vierer-Besetzung nennt man sich "Update". Und dann gibt es auch wieder Bluesrock, wie in den besten "Pasch"-Zeiten.