„Am Anfang war der Blues“ – so nennt sich eine Veranstaltung mit Fritz Rau, welche am 1. Oktober 2011 in der Berliner Petruskirche statt findet.

 

Der 1930 geborene Rau ist einer der bedeutendsten deutschen Konzertveranstalter. 1962 brachte Rau mit dem „American Folk Blues Festival“ erstmals den schwarzen Blues in die europäischen Konzertsäle. Ein Jahr später gründete er gemeinsam mit seinem Freund Horst Lippmann die Konzertagentur „Lippmann + Rau“. Ein weiteres Jahr später brachten Lippmann und Rau in Zusammenarbeit mit dem ostdeutschen Jazzexperten Karlheinz Drechsel das „American Folk Blues Festival“ in die DDR. Damit leisteten sie einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung des Blues im Osten.

 

Damit nicht genug. Lippmann, der in Eisenach geboren wurde, übergab seinen gesamten musikalischen Nachlass dem „Internationalen Jazzarchiv“. Dieses Archiv wurde 1999 auf Initiative von Reinhard Lorenz in Eisenach gegründet. Es befindet sich in der Eisenacher „Alten Mälzerei“ und ist aus dem „Jazzklub Eisenach“ hervor gegangen. Dieser Klub wurde bereits 1959 von Manfred Blume gegründet. Er ist damit der älteste ostdeutsche Jazzklub. Blume (gest. 1986) ist übrigens der Vater des bekannten Boogie- und Jazzpianisten Alexander Blume.

 

Seit dem Jahr 2009 ist die Lippmann + Rau – Stiftung offiziell Träger des Eisenacher Archivs. Kuratoriumsmitglieder dieser Stiftung, welches 2006 gegründet wurde, sind unter anderem Wim Wenders, Udo Lindenberg, Ulla Meinecke und Peter Maffay.

 

Das „Internationale Jazzarchiv“ Eisenach ist neben dem „Jazzinstitut Darmstadt“ die einzigste Einrichtung dieser Art. Es versteht sich als Einrichtung der Jazzforschung und richtet den Schwerpunkt auf Geschichte und Entwicklung von Jazz und Blues im Sozialismus. Grundstock des Archivs ist der musikalische Nachlass des deutschen Blues- und Jazzpianisten Günter „Bessie“ Boas. Weitere bedeutende Sammlungen des Eisenacher Archivs sind die Sammlungen des Berliner Musikjournalisten Rainer Bratfisch, des Berliner Blues- und Rockgitarristen Frank Diez und des Schweizers Hazy Osterwald. Die umfangreichste Sammlung in Eisenach stammt jedoch von Fritz Muschall. Sie umfasst u. a. 12 000 Langspielplatten, 10 000 CDs und 1 200 Bücher.

 

Siehe: http://www.jazzclub-eisenach.de

 

(Juli 2011)

 

Fritz Rau ist am 19. August 2013 verstorben.

R.I.P.

(August 2013)