Relativ spät – 1985 – entstand in Kahla eine weitere thüringer Kultband. Zur Gründungsbesetzung gehörten: Lutz „Kowa“ Kowalewski (g, voc), J. Harms (dr) und Harald Du Bellier (bg).

Der eigentliche Durchbruch kam aber erst 1988, als "Kowa" seine Dienstzeit als Bausoldat bei der NVA hinter sich gebracht hatte und sich die Band neu formierte. Am Schlagzeug saß fortan Stefan Schaumann und von der "Karl-Nickel-Band" kam Ralf „Bombe“ Bomberg (g, harm, voc). Auch die „Feedback Blues Band“ spielte tiefschwarzen Blues von Chicago bis New Orleans, versah aber die Bluesklassiker mit einem neuen Arrangement und verlieh ihnen damit ein zeitgenössische Note. Es entstanden die ersten Eigenkompositionen mit deutschen Texten, die die Handschrift von "Bombe" trugen und bald zum Markenzeichen der Band wurden. Wesentlich geprägt wurde die Band durch die handwerklich perfekte Gitarrenarbeit und die raue Bluesstimme von „Kowa“. Die "Feedback Blues Band" avancierte in kürzester Zeit zu einer der erfolgreichsten Thüringer Bluesbands. Ihre ersten Auslandsgastspiele führten die Band in die damalige CSSR nach Litvinov, wo sie regelmäßig - letztmalig im Herbst 1989 - am Festival "Non Stop Blues" teil nahm.

Erstaunlicherweise überstand Feedback die politische Wende in der DDR fast problemlos, hatte sogar Auftritte in den westlichen Bundesländern und veröffentlichte mit „Feedback-Live“ 1991 die erste CD. So trat die Band 1990 gemeinsam mit Stefan Diestelmann im "Feuchten Eck" in München auf. Weitere Auftritte der Band u.a. in Bremerhaven folgten. 1994 veröffentlichte Feedback mit „Herrenlose Hunde“ ihr erstes Studioalbum. Zu dieser Zeit saß bereits Kay Kalytta am Schlagzeug. Die 1990er Jahre waren recht erfolgreich für die Band. Man unternahm mehrere Touren ins Ausland u.a. nach Frankreich, in die Schweiz und nach Tschechien und arbeitete mit international geachteten Musikern wie Carrey Bell, Luther Allison, Rudi Rotta und Roger Chapman zusammen.

Doch dann wurde es ziemlich still um die Band. Das veranlasste "Kowa" und später auch „Bombe eigene Projekte zu verfolgen. Offiziell wurde die „Feedback Blues Band“ aber nie aufgelöst. In 2004 erschien mit „Man In Love“ ihre dritte CD. Zur aktuellen Besetzung gehören neben „Kowa“ und du Bellier der Schlagzeuger Mark Rose. Weitere Mitglieder waren: Siegfried Heilek (dr/ex-Kerth), Thomas Uhlmann (sax) und Gitarrist Lutz Schlosser (1996 -1998).

Bomberg, der heute an der Müritz lebt, arbeitete mit der Band „Strong Roots“ zusammen, nahm 2003 sein erstes Soloalbum auf und in 2006 mit „Hand aufs Herz“ folgte ein weiteres Album. Gelegentlich ist er mit Don Promillo oder „Kowa“ im Duo-Format unterwegs.

Auch Kalytta, der 1992 ein Studium an der Hochschule für Musik in Weimar abgeschlossen hat, macht heute noch Musik (Jazz, Worldmusic) u.a. mit "Cinnamon", dem "Ankamo-Trio" und dem "LeipJAZZis Orchester". Darüber hinaus ist er als FB-Leiter Schlagzeug an der Musik- und Kunstschule in Jena tätig, wirkte an verschiedenen Theaterinszenierungen und Hörspielen mit, schreibt Filmmusiken und engagiert sich in verschieden sozialen Projekten.

Harald Du Bellier ist heute Inhaber der Firma „LINE-Veranstaltungstechnik“ in Thüringen und zupfte bei den "Bayou Alligators" und seit 2015 in der "Dietmar & Klaus Bluesband" den Bass.

Am erfolgreichsten ist jedoch Lutz „Kowa“ Kowalewski. Er ist aus der ostdeutschen Bluesszene nicht mehr wegzudenken. Bis zum heutigen Tag ist er vor allem solistisch in Sachen Blues unterwegs und vermag sein Publikum mit Stimme, Gitarre und Bass Drum zu fesseln. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn u.a. Harper Bernd Kleinow („Unlimited Blues“) oder Thomas Stelzer („Bloody Rhythm Fingers“). Darüber hinaus sah man ich schon mit „Bombe“, Peter Schmidt oder dem jungen Holger „Josa“ Sauerbrey gemeinsam auf einer Bühne.

(Februar 2012)