Roland Michi

 

Es war in den frühen 1960er Jahren als Roland Michi, Jürgen „Gotte“ Gottschalk und Jürgen Kerth gemeinsam die KJS (Kinder und Jugend Sportschule) in Erfurt besuchten. Es dauerte jedoch nicht allzulang bis die Liebe zur Beatmusik überwog und die Drei noch während der KJS-Zeit ihre erste Band – The Spotlights – gründeten.

Zur Gründungsbesetzung im Jahr 1964 gehörten außerdem Siegfried „Stifte“ Hörger (dr). Der Bandname passte jedoch nicht so recht ins offizielle Weltbild, sodass sich die Band gezwungenermaßen in „Rampenlichter“ umbenannte, und daraufhin auch die angestrebte staatliche Spielerlaubnis erhielt. Als ‚die Beatles von Erfurt‘, hatte sich das Quartett alsbald eine stattliche Fangemeinde erspielt. Gespielt wurden damals vor allem Nummern der Beatles und der Stones, aber auch von „The Animals“, „The Yardbirds“ und „The Small Faces“. Doch die Freude währte nicht lange. Ende 1965/Anfang 1966 war die bekannte ‚Eiszeit‘ angebrochen und in der gesamten DDR hatte eine allgemeine ‚Jagd‘ auf die Beatkapellen eingesetzt. Es dauerte nicht lange bis auch die „Rampenlichter“ mit einem Auftrittsverbot belegt worden sind und ihnen auf Lebenszeit untersagt worden war, jemals wieder gemeinsam in einer Band zu spielen.

 

Nach dem Ende der „Rampenlichter“ spielte der spätere ‚Blues-König der DDR‘ Jürgen Kerth kurze Zeit bei „Unisono“ und gründete 1967 das „Rock- und Blues Ensemble Kerth“. „Gotte“ stieg bei den „Ricardos“ ein, spielte kurze Zeit bei einer Band namens „The Titans“ und gründete 1968 die „Nautiks“, mit der er recht erfolgreich wurde.

Nur die Spur von Roland Michi verlor sich.

Doch 1973 tauchte auch Michi wieder auf. Er gehörte neben Micha Kuhs, Walter Schubert und dem Schlagzeuger Eddi Förster (2010 verstorben) zur Gründungsbesetzung von „Universum“ – einer Rockband, die noch heute unter den Namen „Golden Sixties“ existiert.

 

Doch bereits ein Jahr später holte ihn Kerth in seine Band. Aus dem Ensemble war inzwischen das „Jürgen Kerth Quintett“ und ab 1973 ein Quartett geworden. Die ersten Erfolge stellten sich ein. Neben Rundfunkproduktionen spielte die Band von 1973 bis 1977 drei Singles bei AMIGA ein, bis 1978 die LP „Gruppe Jürgen Kerth“ erschien.

Michi blieb bis zu seinem Freitod im Jahr 1979 der Freund und Bassist an Kerth’s Seite. Lange Zeit ließ der ‚Gitarrero‘ den Posten eines Bassisten in seiner Formation unbesetzt. Zitat Kerth: „Einen Freund kann man nicht so leicht ersetzen.“

 

(August 2015)