Handarbeit
… nannte sich eine Potsdamer Band mit
Peter Schmidt (voc, g), Roland „Rolli“ Beeg (g), Ralf Schuldt (bg, harp) und
Wolf–Rüdiger Kotljarski (dr). Sie wurde 1979 gegründet und war ein Geheimtipp
unter den Bluesanhängern. „Rolli“ war 1983 zur Band gestoßen und spielte zuvor
bei „Sinclair, einer Rockband mit deutlichen Hang zum Blues. “Da man es vorzog englischsprachige Titel zu
spielen, wurde die Band von den DDR-Medien nicht beachtet. Zwangsläufig wurde
„Handarbeit“ die erste Band, die Aufnahmen in einem privaten Tonstudio
produzierte, welches dem Schlagzeuger der Puhdys Günther Wosylos gehörte. Entstanden
sind damals die Titel: „Blues für Bessi Smith“ und „Pleasant Joseph“. Das
Verbot der Veröffentlichung des letzteren Titels war Anlass für die Band, keine
weiteren Aufnahmen mehr zu produzieren. Der wohl größte Erfolg der Band war das
gemeinsame Konzert am 16. August 1983 mit „Freygang“ und „Monokel“ in Ketzin
vor mehr als 7 000 Kunden. Dieses Konzert markierte den Höhepunkt in der
DDR-Bluesszene. Mitte der 1980er Jahre war der Blues-Boom in der DDR zu Ende.
Viele der Bands suchten nach neuen musikalischen Wegen und „Handarbeit“
orientierte sich stärker am Jazz. Erst danach erhielt die Amateurband die
erforderliche Aufmerksamkeit der DDR-Behörden und wurde 1988 als
„Hervorragendes Amateurtanzorchester der DDR“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung
war mit der auf zwei Jahre befristeten Anerkennung des Profistatus verbunden.
1989 stieg Schmidt aus und spielte
gemeinsam mit dem „Boogie-Wunder“ aus Thüringen, Alexander Blume, in der
„Intercity Bluesband“ und gründete 1990 die „East Blues Experience“, eine der
erfolgreichsten ostdeutschen Bluesbands.