Montag 26.September - 21:21 Uhr

Live At Montreux

Live At Montreux 1975 – 1985 

So manch einer in meinem Umfeld favorisiert ja SRV. Ich mag den Gallagher. Gallagher (1948 – 1995) zählt zu den besten Blues-Rock-Gitarristen aller Zeiten und hat bis heute nichts von seinem Ruf eingebüßt. Generationen von Gitarristen ließen sich durch ihn beeinflussen. Dem stehen Stevie Ray und manch anderer „Gitarrengott“ sicher nicht nach. Aber glaubt man den Überlieferungen, so soll einmal ein Journalist Jimi Hendrix gefragt haben, wie es sich anfühle, der weltbeste Gitarrist zu sein. Hendrix habe darauf geantwortet: „Keine Ahnung, frag Rory.“ 

Wer könnte das besser beurteilen als Jimi? Ich jedenfalls nicht! Bei mir mag das eher daran liegen, dass ich 1977 die „1. Rockpalast-Nacht“ am TV verfolgt und sogar mitgeschnitten habe. Das line up damals: „Little Feat“, Roger McGuinn’s Thunderbyrd und eben jener Gallagher, von dem ich bis dahin noch nichts gehört hatte. Inzwischen habe ich das längst nachgeholt. Wer kennt sie nicht, seine Songs? „Fuel To The Fire“, „Mississippi Sheiks“, „Calling Card“, „Bullfrog Blues“ oder meine persönlichen Favoriten: “Moonchild” und “Bad Penny”. Hat sich auch in den Jahren Gallaghers Stil verändert - wurde zunehmend rauer, härter, schneller - seiner “Fender Stratocaster Sunburst“ ist er bis zum Schluss treu geblieben. Nicht genug! Nach einer kurzen Zugehörigkeit zur „Fontana Showband“ und zu  „Taste“ verfolgte Gallagher ab 1970 konsequent seine Solokariere, schrieb (fast) alle seine Songs selbst und produzierte sie mehrheitlich auch selber. Er hat sich stets seine Unabhängigkeit bewahrt, selbst als er das Angebot erhielt als Nachfolger von Taylor bei den Stones einzusteigen. Schon allein das, verdient meint Respekt!

Wen wundert es also, dass ich bei meinem gelegentlichen Gängen durch die Plattenläden auch nach ihm Ausschau halte. Und so fiel mir unlängst die CD „Rory Gallagher. Live At Montreux 1975-1985“ in die Hände. Veröffentlicht wurde sie schon 2006 bei „Eagle Records“ und in 2011 nachgelegt.  Zwischen 1975 und 1994 trat Gallagher mehrmals beim „Montreux Jazz Festival“ auf.  Aus dem Jahr 1975 stammen die beiden ersten Nummern dieser CD. „Laundromat“ und „Tore Down“ sind klassische Bluesnummern.  Ein Jahr später nahm Gallagher das Album „Calling Card“ auf. Beeinflusst von Roger Clover, der „Calling Card“ produzierte, nähert sich Gallagher immer mehr dem Hardrock. Davon zeugen die folgenden Nummern: „I Take What I Want“, „Bought And Soid“ und „Do You Read Me“. 1979 ist Gallagher gewissermaßen auf dem Höhepunkt angekommen. „Off The Handle“ und „Mississippi Sheiks“ stammen aus dieser Schaffensperiode. Bei “Out On The Western Plain” von Huddie Ledbetter lieferte Gallagher ein Lehrbeispiel der Fingerpicking-Technik. Es folgt eins seiner Meisterwerke. Das auf der Akustik-Gitarre gespielte „Too Much Alcohol“ stammt von Altmeister J. B. Hutto, war aber wohl eher auf sein eigenes Leben bezogen.  Anfang der 1980er Jahre wurde es ruhiger um Gallagher. Dennoch kehrte er 1985 noch mal auf die Bühne von Montreux zurück, aber seine exzessive Lebensweise hatte deutliche Spuren hinterlassen, wie man zu berichten weiß.  Doch wir zu hause am Player hören mit „Shine Kicker“ und vor allem mit „Philby“ einen noch immer gnadenlos rockenden Rory.

Zweifelsfrei wird diese Scheibe noch so manche Runde in meinem Player drehen, hat aber vor allem eines gemacht. Nämlich Appetit auf mehr. So werde ich nun demnächst - mit Sicherheit -  die im Juni 2011 bei „Capo“ veröffentlichte Doppel-CD „Notes From San Francisco“ erwerben.

 

 

 

 

 


Tags: Tipp 

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